the european society for aesthetics

CFP: Experimentelle Äesthetik

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Vom 4. bis zum 7. Oktober 2011 findet an der Kunstakademie Düsseldorf der VIII. Kongreß der Deutschen Gesellschaft für Ästhetik unter dem Titel 'Experimentelle Ästhetik' statt.

Der Kongreß verfolgt das Ziel, das Verhältnis von Experiment und Ästhetik historisch und systematisch zu durchleuchten. Die Ästhetik als Wissenschaft von der sinnlichen Erkenntnis beruft sich in den vielfältigen Theorien der ästhetischen Erfahrung auf Kunst- und Naturerfahrungen, auch auf Alltagserfahrungen, auf außergewöhnliche Objekte, Situationen und Ereignisse. Während die Aufmerksamkeit bislang eher den Besonderheiten ästhetischer Erfahrung galt, blieben Fragen nach dem Status, nach der Methodik und nach der Darstellungsweise dieser Erfahrungen in der Theorieproduktion bislang weitgehend unbeantwortet. Dennoch läßt sich nicht nur in den Künsten ein intensiviertes, eigensinniges und ergebnisoffenes Experimentieren beobachten: Auch in der Ästhetik werden vielfältige Formen reflexiven Experimentierens praktiziert.

Das Verhältnis von Experiment und Ästhetik soll an drei Schwerpunkten untersucht werden:
  1. Kultur des Experiments: Das Experimentieren in den Künsten und Wissenschaften seit der Frühen Neuzeit, das zur Ausformulierung dessen beiträgt, was seit Baumgarten als Ästhetik auftritt.
  2. Erprobung der Sinne: Eine Relektüre der „experimentellen Ästhetik“, die sich Ende des 19. Jahrhunderts formiert (Nietzsche, aber auch Helmholtz, Wundt, Fechner, Lipps, Volkelt, Vischer usw.) und heute in Forschungen zur Sinnesphysiologie, zur Kognitionstheorie und zur Wahrnehmungspsychologie weiterwirkt.
  3. Versuchsanordnung: Stellenwert des Experiments in der Ästhetik heute.

Willkommen sind Beiträge, die das Experiment mit künstlerischen Techniken, Stoffen oder Verfahren, die systematische Erprobung der Sinne, die Arbeit an der Wahrnehmung oder die Methoden der Ästhetik selbst thematisieren. Wir versprechen uns davon genauere Einsichten und neue Perspektiven hinsichtlich der Analyse ästhetischer Erfahrung, hinsichtlich des Experimentierens in den Künsten und der daraus erwachsenden Anforderungen an die Ästhetik sowie hinsichtlich der Methodik ästhetischer Forschung.

Es gilt bei diesem Kongreß zu diskutieren:
  • über den Stellenwert der Empirie,
  • über die Nachvollziehbarkeit und Überprüfbarkeit von Beispielen, Illustrationen und Objekten,
  • über die Evidenz von Fiktionen in der ästhetischen Argumentation, über Intuitionen, eidetische Variationen und kontrafaktische Imaginationen,
  • über Methoden der Gegenstandskonstitution und der Paradigmenbildung, über Techniken der Darstellung,
  • über experimentelle Denk- und Schreibstile,
  • über die Rolle von Tests (Rezeptionsforschung) und Übungen in ästhetischen Praktiken,
  • über Simulationen und virtuelle Realitäten,
  • über die experimentelle Erprobung ästhetischer Erfahrung,
  • über Gedankenexperimente in der Ästhetik,
  • nicht zuletzt über den ästhetischen Charakter von Experimenten aller Art.

Wir hoffen, daß sich die Ästhetik mit diesem Kongreß erneut über die Grundlagen und Methoden sinnlicher Erkenntnis Klarheit verschafft.

Vorschläge für einen Beitrag zu diesem Kongreß beschreiben Sie bitte in einem einseitigen Abstract und senden es bis Ende Juni 2010 an den This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it .